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Fahrverbot für laute Motorräder in Tirol

Hahntennjoch, Lechtal, Tannheimer Tal: Auf sechs Straßen im Außerfern dürfen Motorräder mit mehr als 95 dB Standgeräusch von Mitte April bis Ende Oktober nicht fahren. So prüfst du in einer Minute, ob deine Maschine betroffen ist.

Gilt von
15. April
bis
31. Oktober
Grenzwert
95 dB(A)
Bußgeld
220 €

Seit 2020 sperrt das Land Tirol im Bezirk Reutte einzelne Straßen für besonders laute Motorräder. Was als Pilotprojekt begann, gilt inzwischen jede Saison. Betroffen sind die Kurvenstrecken im Außerfern, die bei Bikern aus Süddeutschland besonders beliebt sind: das Hahntennjoch, das Lechtal und das Tannheimer Tal.

Ob du dort fahren darfst, entscheidet ein einziger Wert in deinen Fahrzeugpapieren.

So prüfst du dein Motorrad

Nimm deine Zulassungsbescheinigung Teil I (den Fahrzeugschein) und such das Feld U.1. Dort steht das Standgeräusch in dB(A), daneben in U.2 die Drehzahl, bei der gemessen wurde.

  • 95 dB(A) oder weniger: Du darfst alle Strecken befahren.
  • Mehr als 95 dB(A): Die sechs Straßen unten sind für dich von 15. April bis 31. Oktober gesperrt.

Es zählt nur der eingetragene Wert. Eine leise Fahrweise oder ein eingesetzter dB-Killer ändern nichts, wenn im Schein mehr als 95 steht.

Die gesperrten Strecken

Bezirk Reutte, gültig von 15. April bis 31. Oktober. Stand: Saison 2026.
StraßeNameAbschnitt
B198LechtalstraßeSteeg (Landesgrenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech
B199Tannheimer StraßeWeißenbach am Lech bis Schattwald (Grenze Deutschland)
L21Berwang-Namloser StraßeBichlbach bis Stanzach
L72Hahntennjochstraße, NordseitePfafflar bis zur Passhöhe
L246Hahntennjochstraße, SüdseitePasshöhe bis Imst (Kreuzung Vogelhändlerweg)
L266Bschlaber StraßeElmen bis Pfafflar

Damit sind die bekanntesten Kurvenrouten im Außerfern betroffen. Das Hahntennjoch ist über beide Rampen gesperrt, ebenso die Zufahrt über die Bschlaber Straße. Wer aus dem Allgäu über das Tannheimer Tal ins Lechtal fahren will, steht auf der ganzen Strecke im Verbotsbereich.

Bußgeld und Kontrollen

Die österreichische Polizei kontrolliert die gesperrten Strecken. Ein Verstoß kostet in der Regel 220 Euro, je nach Fall reicht der Strafrahmen bis 726 Euro. Zusätzlich kann die Polizei dich zum Umkehren auffordern. Die Tour ist dann ohnehin gelaufen.

Halte deine Fahrzeugpapiere griffbereit. Bei einer Kontrolle zählt der Wert, der darin eingetragen ist.

Ausweichrouten für laute Maschinen

Die wichtigste Ausnahme ist die Fernpassstraße B179. Sie ist nicht gesperrt und verbindet Reutte mit Nassereith und dem Inntal. Wer von Norden Richtung Imst, Ötztal oder Kaunertal will, kommt so legal ans Ziel, wenn auch ohne die Kehren des Hahntennjochs.

Für das Lechtal und das Tannheimer Tal gibt es keine gleichwertige Alternative innerhalb Tirols. Hier hilft nur der Umweg über das Allgäu oder eine andere Region. Als Ausgleich lohnen sich die großen Panoramastraßen weiter östlich, zum Beispiel die Großglockner Hochalpenstraße, für die es keine Lärmbeschränkung gibt.

Was 2027 kommen könnte

Ende Oktober 2026 hat der Tiroler Landtag die Landesregierung beauftragt zu prüfen, ob das Fahrverbot räumlich oder zeitlich ausgeweitet wird. Im Gespräch sind unter anderem die Engetalstraße (L261) zwischen Grän und Pfronten und die Ehenbichler Landesstraße. Auch eine längere Saison ist möglich. Eine Entscheidung steht noch aus.

In den Dolomiten gelten andere Regeln: An den Sellaronda-Radtagen sind die Pässe rund um die Sella für alle Kraftfahrzeuge gesperrt, und am Grödner Joch ist für 2027 eine Zufahrtsbeschränkung geplant. Den aktuellen Stand findest du in unserem Großglockner-Dolomiten-Guide.

Häufige Fragen

Ist mein Motorrad vom Fahrverbot in Tirol betroffen?

Schau in deine Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld U.1. Dort steht das Standgeräusch in dB(A). Liegt der Wert über 95, darfst du die gesperrten Straßen von 15. April bis 31. Oktober nicht befahren. Maßgeblich ist allein der eingetragene Wert, nicht wie laut die Maschine im Moment klingt.

Gilt das Fahrverbot auch für Motorräder aus Deutschland?

Ja. Die Regel gilt für alle einspurigen Kraftfahrzeuge, egal ob sie in Österreich oder im Ausland zugelassen sind. Die EU-Kommission sah darin keinen Verstoß gegen EU-Recht, weil In- und Ausländer gleich behandelt werden.

Was kostet ein Verstoß gegen das Motorrad-Fahrverbot?

In der Regel 220 Euro. Je nach Fall reicht der Strafrahmen bis 726 Euro. Die Polizei kann dich außerdem auffordern, umzukehren.

Ist der Fernpass für laute Motorräder gesperrt?

Nein. Die Fernpassstraße B179 ist vom Fahrverbot ausgenommen. Sie ist die wichtigste Verbindung von Reutte Richtung Imst und Inntal, wenn das Hahntennjoch für deine Maschine tabu ist.

Gilt das Fahrverbot auch 2027?

Das Land Tirol verlängert die Regel seit 2020 Jahr für Jahr und hält auch 2026 ausdrücklich daran fest. Wir rechnen damit, dass sie ab 15. April 2027 wieder gilt. Der Landtag lässt zudem prüfen, ob weitere Straßen dazukommen, etwa die Engetalstraße (L261) zwischen Grän und Pfronten. Entschieden ist das noch nicht (Stand 1. November 2026).

Gibt es auch am Wochenende ein generelles Motorradverbot?

Nein. Ein generelles Fahrverbot für alle Motorräder gibt es im Bezirk Reutte nicht. Leisere Maschinen mit höchstens 95 dB(A) Standgeräusch dürfen die Strecken jederzeit befahren.

Alle Angaben wurden am 1. November 2026 mit Meldungen von ADAC, Land Tirol und Fachpresse abgeglichen. Maßgeblich ist die jeweils gültige Verordnung des Landes Tirol. Bei Recherche und Textentwurf unterstützen uns KI-Werkzeuge, alle Inhalte werden redaktionell geprüft. Mehr zur KI-Nutzung.