The Roadtrip Scout

Großglockner & Dolomiten in 5 Tagen

Vom höchsten Berg Österreichs über das Pustertal bis mitten in die Sella-Gruppe – eine Pass-Route, die jeden Tag ein neues Hochgebirge zeigt.

Höhenprofil der Route von Fusch über Großglockner und Dolomiten bis Bozen Fusch Hochtor 2.504 m Heiligenblut Lienz Toblach Cortina Falzarego 2.105 m Corvara Pordoi 2.239 m Canazei Sellajoch 2.240 m St. Ulrich Bozen
Strecke
ca. 600 km
Tage
5
Höchster Pass
2.504 m
Beste Zeit
Mitte Juni – Sept.

Diese Route verbindet die zwei großen Pass-Landschaften der Ostalpen in einem Zug: die Hohen Tauern mit dem Großglockner und die Dolomiten rund um die Sella-Gruppe. Du fährst an fünf Tagen über fünf Pässe jenseits der 1.800 Meter, hast keinen Tag mit mehr als vier Stunden reiner Fahrzeit und schläfst jede Nacht an einem anderen Ort.

Gedacht ist die Tour für Auto, Cabrio und Motorrad mit Start in München oder Salzburg. Mit dem Mietwagen funktioniert sie als Fly-and-Drive ab dem Flughafen München am besten als Rundtour.

Die Route Tag für Tag

  1. Tag 1: Anreise nach Zell am See

    ca. 190 kmFahrzeit ca. 3 h

    Der erste Tag gehört der Anreise – zum Beispiel ab München über Salzburg oder über Lofer nach Zell am See. Plane die Ankunft so, dass du am Abend noch an den See kommst: Von der Promenade siehst du bereits die Gletscher der Hohen Tauern, über die du morgen fährst.

    Übernachte in Zell am See, Bruck oder direkt in Fusch. Jeder Kilometer näher an der Mautstelle Ferleiten ist morgen früh Gold wert.

    • Seepromenade Zell am See zum Sonnenuntergang
    • Abendessen in Bruck oder Fusch, früh schlafen
  2. Tag 2: Großglockner Hochalpenstraße bis Lienz

    ca. 120 kmFahrzeit ca. 3,5 hhöchster Punkt 2.571 m

    Heute fährst du die berühmteste Panoramastraße Österreichs: 48 Kilometer, 36 Kehren und am Hochtor 2.504 Meter Höhe. Starte so früh wie möglich – im Hochsommer öffnet die Mautstelle um 5:30 Uhr, und vor 9 Uhr hast du die Kehren fast für dich.

    Nimm unbedingt beide Stichstraßen mit: die kurze, gepflasterte Auffahrt zur Edelweißspitze mit Rundblick über mehr als 30 Dreitausender und die Abzweigung zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Dort stehst du direkt vor dem Großglockner (3.798 m) und blickst auf die Pasterze, den längsten Gletscher der Ostalpen. Über Heiligenblut rollst du anschließend hinunter nach Lienz.

    • Fuscher Törl und Edelweißspitze (2.571 m)
    • Hochtor, der Scheitelpunkt der Straße
    • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf die Pasterze
    • Kirche von Heiligenblut vor dem Glockner
  1. Tag 3: Pustertal, Misurina und Cortina d'Ampezzo

    ca. 110 kmFahrzeit ca. 2,5 hhöchster Punkt 1.756 m

    Von Lienz geht es durch das Pustertal über die Grenze nach Südtirol. In Toblach biegst du ins Höhlensteintal ab – hier beginnen die Dolomiten. Der Lago di Misurina liegt wie ein Spiegel unter den Felswänden; wer mehr will, fährt von hier die mautpflichtige Stichstraße zu den Drei Zinnen.

    Am Nachmittag erreichst du Cortina d'Ampezzo. Der Ort ist der ideale Standort für Tag 4, weil der Falzarego direkt hinter der Stadt beginnt.

    • Toblacher See als kurzer Fotostopp
    • Lago di Misurina
    • Optional: Drei-Zinnen-Mautstraße bis zur Auronzohütte
    • Abendspaziergang über den Corso Italia
  2. Tag 4: Falzarego, Campolongo und Pordoijoch

    ca. 85 kmFahrzeit ca. 2,5 hhöchster Punkt 2.239 m

    Der Königstag: Über den Passo Falzarego (2.105 m) und den Valparola geht es ins Gadertal nach Corvara. Von dort fährst du über den Campolongo (1.875 m), den sanftesten Pass der Sella-Runde, nach Arabba und weiter hinauf zum Pordoijoch (2.239 m) und in weiten Kehren hinunter ins Fassatal nach Canazei.

    Variante für Kurvenjäger: Statt direkt zum Falzarego fährst du ab Cortina zuerst über den Passo Giau. Das kostet rund eine Stunde mehr, gehört aber zu den spektakulärsten Straßen der Dolomiten.

    • Lagazuoi-Seilbahn am Falzarego
    • Kaffeepause in Corvara oder Arabba
    • Seilbahn vom Pordoijoch auf den Sass Pordoi
    • Übernachtung in Canazei oder Campitello
  3. Tag 5: Sellajoch, Gröden und Heimreise über Bozen

    ca. 75 + Heimweg kmFahrzeit ca. 2 h + Heimweghöchster Punkt rund 2.240 m

    Der letzte Pass ist der schönste Abschied: Das Sellajoch führt dich direkt unter den Sellatürmen und dem Langkofel hindurch nach Gröden. In Wolkenstein und St. Ulrich lohnt ein Stopp, bevor du über das Eisacktal nach Bozen fährst.

    Von Bozen bringt dich die Brennerautobahn zurück nach Norden. Wer noch einen Tag Puffer hat, übernachtet in Bozen und fährt morgens mit der Seilbahn auf die Seiser Alm – die Straße hinauf ist tagsüber für Privatautos gesperrt.

    • Fotostopp am Sellajoch vor dem Langkofel
    • St. Ulrich in Gröden
    • Altstadt von Bozen und Laubengasse

Mit dem Mietwagen fahren

Für diese Route ist eine Rundmiete ab München fast immer die günstigste Lösung. Einwegmieten von Österreich nach Italien kosten häufig hohe Rückführungsgebühren. Holst du das Auto in Deutschland ab, brauchst du für die Anreise über die Autobahn eine österreichische Vignette – bei Mietwagen aus Österreich klebt sie meist schon drauf.

Achte bei der Buchung auf drei Punkte: die Erlaubnis für Fahrten nach Österreich und Italien, eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung und genug Leistung für die Rampen. Ein Kleinwagen schafft jede dieser Straßen, entspannter fährt es sich aber mit etwas mehr Kraft und einem Automatikgetriebe.

Mit dem Motorrad

Die Route gehört zu den Klassikern unter Motorradfahrern, und die meisten Tipps oben gelten doppelt: früh starten, Pässe auf den Vormittag legen, für den Nachmittag mit Gewittern rechnen. Ein paar Punkte betreffen nur Biker:

  • Maut: Die Tageskarte für die Großglockner Hochalpenstraße kostet für Motorräder 36,50 € statt 46,50 €.
  • Kälte: Am Hochtor und an den Dolomitenpässen liegen die Morgentemperaturen auch im Sommer oft nur knapp über 5 °C. Packe eine warme Zwischenschicht ein.
  • Sperrtage: An den Sellaronda-Radtagen sind Sellajoch, Pordoi und Campolongo tagsüber für alle Kraftfahrzeuge gesperrt. Lege Tag 4 und 5 nicht auf diese Termine.
  • Lärm-Fahrverbote: Die Tiroler Fahrverbote für Motorräder über 95 dB gelten im Bezirk Reutte und liegen nicht auf dieser Route. Wer über das Außerfern anreist, sollte sie kennen: Fahrverbot für laute Motorräder in Tirol.

Maut und Kosten

Stand: Oktober 2026. Preise und Öffnungszeiten vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
PostenPreisHinweis
Großglockner Hochalpenstraße, Tageskarte Pkw46,50 €ab 18 Uhr Abendtarif 36,50 €
Großglockner Hochalpenstraße, Motorrad36,50 €Tageskarte
Autobahnvignette Österreichaktueller ASFINAG-Tarifnur nötig auf Autobahnen und Schnellstraßen
Brennerautobahn (A13)Streckenmautkommt zur Vignette hinzu
Italienische Autobahn (A22 Bozen–Brenner)StreckenmautBezahlung an der Mautstelle
Dolomitenpässe Falzarego, Pordoi, Sella, CampolongomautfreiStand Oktober 2026

Die Spritkosten hängen stark vom Fahrzeug ab. Rechne selbst nach – die Vorbelegung entspricht der Route ohne An- und Abreise:

Fahrzeit- und Spritkosten-Rechner

Auf Passstraßen liegt der Schnitt eher bei 40–55 km/h, auf Autobahnen bei 90–110 km/h.

–

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für die Route?

Von Mitte Juni bis Ende September sind alle Pässe offen und weitgehend schneefrei. Die Großglockner Hochalpenstraße öffnet meist Anfang Mai und schließt Ende Oktober oder Anfang November. Juli und August sind am vollsten – im September fährst du entspannter und bekommst klarere Fernsicht.

Was kostet die Maut für die Großglockner Hochalpenstraße?

Die Tageskarte kostet 2026 für Pkw 46,50 € und für Motorräder 36,50 €. Ab 18 Uhr gilt für Pkw ein Abendtarif von 36,50 €. Die Karte gilt für den ganzen Tag, Stichstraßen und Ausstellungen sind inklusive.

Ist das Grödner Joch gesperrt?

Stand Ende Oktober 2026: nein. Die ab September 2026 geplante Sperrung wurde nicht umgesetzt, stattdessen lief ein freiwilliger digitaler Test. Für 2027 planen die Gemeinden Wolkenstein und Corvara eine Zufahrtsbeschränkung von Mai bis Oktober – ein Beschluss der Landesregierung steht noch aus. Unsere Route kommt deshalb bewusst ohne das Grödner Joch aus.

Gibt es an den Dolomitenpässen weitere Sperrtage?

Ja. An den Sellaronda-Radtagen sind Grödner Joch, Sellajoch, Pordoijoch und Campolongo tagsüber komplett für Autos und Motorräder gesperrt. Prüfe die Termine vor der Buchung, bevor du deinen Pässe-Tag festlegst.

Darf ich mit dem Mietwagen von Österreich nach Italien fahren?

In der Regel ja, aber die Bedingungen unterscheiden sich je Anbieter. Achte bei der Buchung auf die Erlaubnis für Auslandsfahrten, eventuelle Grenzübertrittsgebühren und darauf, ob eine österreichische Vignette am Fahrzeug klebt. Am günstigsten ist meist eine Rundmiete mit Rückgabe am Startflughafen.

Ist die Route für Motorräder und Cabrios geeignet?

Absolut – sie gehört zu den Klassikern beider Gruppen. Rechne auf über 2.000 Metern auch im Sommer mit Temperaturen nahe 5 °C am Morgen und plötzlichen Gewittern am Nachmittag. Starte deshalb früh und plane Pässe für den Vormittag.

Alle Angaben zu Maut, Öffnungszeiten und Sperrungen wurden am 28. Oktober 2026 geprüft. Bei Recherche und Textentwurf unterstützen uns KI-Werkzeuge, alle Inhalte werden redaktionell geprüft. Mehr zur KI-Nutzung.